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Engadin Bearbeiten

Das Engadin grenzt an Italien und liegt in der Ostschweiz zwischen den nördlichen Rätischen Alpen und der Berninagruppe. Die Engadiner Bevölkerung hat auch mehr mit der offenen Lebensfreude Italiens gemeinsam als mit der übrigen Schweiz.

Das Engadin (rätoroman. Engiadina, ital. Engadina, wörtl. Garten des Inns) ist ein Bergtal im schweizerischen Kanton Graubünden. Es ist eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas und mehr als 80 km lang. Es bildet die obere Talstufe des Inns und zerfällt in zwei verschiedene Hälften: das Ober- und Unterengadin, die durch die Punt'Ota (hohe Brücke) getrennt sind.


Oberengadin Bearbeiten

(rätorom. Engiadin'Ota) zeichnet sich durch seinen Reichtum an Seen aus (Engadiner Seenplatte: Silsersee, Silvaplanersee, Champfèrersee und St. Moritzersee), sowie Arven-, Lärchenwäldern und Gletschern. Bei einer Seehöhe von 1600-1800 m nimmt der Winter fast zwei Drittel des Jahres ein. (Die Einheimischen sagen scherzhaft: 6 Monate haben wir Winter und 6 Monate ist es kalt); Schnee mitten im Hochsommer ist ebenso wenig eine Seltenheit wie eine Temperatur von -35° C im Winter.

Die grünen Wiesen im Tals fassen beiderseits Berge ein, hinter denen die Schneegipfel in den Himmel ragen. Die Abhänge der südlichen Berge sind mit Nadelwäldern bedeckt; darüber erstrecken sich Alpweiden. Deren Grenzlinie sind an den Hängen waagrecht gut erkennbar. Das Oberengadin ist durch den Berninapass mit dem Puschlav, durch den Malojapass mit dem Bergell verbunden.

Das touristische Oberengadin umfasst die 11 zum politischen Kreis Oberengadin zählenden Gemeinden Sils, Silvaplana, St. Moritz, Celerina, Pontresina, Samedan, Bever, La Punt Chamues-ch, Madulain, Zuoz und S-chanf, die zur Bergeller Gemeinde Stampa gehörende Fraktion Maloja, sowie das zum Unterengadin zählende Zernez. Diese 13 Orte bilden die Destination ENGADIN/St. Moritz und sind im Verein Ferienregion Engadin zusammengeschlossen.

Infos über die Ferienregion:[1] website[2]

Unterengadin Bearbeiten

(rätorom. Engiadina Bassa) ist weit stärker (1610-1019 m) geneigt. Es ist enger und wilder als das Oberengadin. Der Inn rauscht hier über Felsen und wühlt sich zwischen engen Wänden durch. Die wildeste seiner Schluchten ist die von Finstermünz, wo er das Schweizer Gebiet verlässt.

Brail (eine Fraktion der Gemeinde Zernez), Zernez, Susch, Lavin, Giarsun, Guarda, Bos-cha, Ardez, Ftan, Scuol (Schuls), Tarasp, Sent, Ramosch, Vnà, Tschlin, Martina

anderes Engadin Bearbeiten

die Ferienorte La Punt Chamues-ch, Madulain, Zuoz,S-chanf/Cinuos-chel/ Chapella und Susauna sowie Zernez/Brail. Diese Orte liegen abseits der Touristenströme des Oberengadins und haben ihren ursprünglichen Charakter bewahren können.

Sprachen Bearbeiten

Die Engadiner sprechen Rätoromanisch, eine alte romanische Sprache, die außer in Graubünden nur in Südtirol und Friaul gesprochen wird. Auch die Kultur der Engadiner, ihre Küche und ihre Geisteshaltung sind näher an der offenen Lebensfreude Italiens als an der Mentalität der Deutschschweiz. So grüßen sich die Engadiner mit "Allegra!", übersetzt "Freude", wenn sie sich auf der Straße begegnen. Die Hauptsprache im Unterengadin sowie in Teilen des Oberengadins ist das Bündnerromanisch. Im Oberengadin wird Putér und im Unterengadin Vallader gesprochen; zwei rätoromanische Idiome mit jeweils eigener Schriftsprache, welche von den Engadinern zusammenfassend Rumantsch Ladin genannt werden. Das Ladin des Engadins ist jedoch nicht zu verwechseln mit den Ladinischen Sprachen in Nordostitalien. Durch den im letzten Jahrhundert stark aufgekommenen Tourismus und den dadurch grösser gewordenen Wirtschaftsraum verzeichnete das Engadin eine starke Zuwanderung von Menschen, welche die rätoromanische Sprache nicht beherrschen. Deswegen wird neben dem Bündnerromanisch auch oft Schweizerdeutsch gesprochen. In Teilen des Oberengadins wurde deswegen das Romanische stark verdrängt (vgl. St. Moritz und Region). Im Unterengadin ist die Verdrängung des Romanischen weniger stark, aber die Tendenz ist auch für diese Region erkennbar. Flora und Fauna

An den Nordhängen des Engadins erstrecken sich dichte Tannen- und Föhrenwälder bis auf einer Höhe von 1800 m, während an den Südhängen wegen der Trockenheit vermehrt Lärchenwälder anzutreffen sind, dafür aber bis auf 2100 m. In den weiträumigen Wäldern des Engadins leben Rothirsche und Rehe, in den gebirgigen Regionen Gämsen und Steinböcke. In den felsigen Seitentälern hausen Steinadler und Bartgeier. Hirsche, Rehe und Gämsen werden jedes Jahr während dreier Wochen im September kontrolliert bejagt. Die Steinböcke werden in einer Sonderjagd reguliert.

Für den Botaniker ist das Engadin eine unerschöpfliche Schatzkammer; namentlich ist die Kryptogamenflora reich. Auch an nutzbaren Mineralien (Galmei, Bleiglanz, silberhaltige Bleierze, Kupferkiese etc.) ist das Engadin reich; aber grössere Schätze sind die berühmten Mineralquellen von St. Moritz im Ober- und Scuol-Tarasp im Unterengadin.


Geschichte Bearbeiten

Das Oberengadin hatte seine eigenen Grafen. Graf Dedalrich verkaufte 1139 sein Land an das Bistum Chur, von dem sich 1494 die Oberengadiner freikauften. Im Unterengadin führten die vielfach sich durchkreuzenden Herrschafts- und Lehnrechte der Besitzer zu langen Fehden. Im Veltliner Krieg wurde das Engadin von den Österreichern verheert und 1622 an dieselben abgetreten, jedoch schon im folgenden Jahr an Bünden zurückgegeben. Die letzte österreichische Besitzung war Tarasp, das 1815 an Graubünden kam. Eine Besonderheit des Engadins ist das Engadiner Haus. Erst seit der Eröffnung des Vereina-Tunnels der Rhätischen Bahn 1999 besteht eine wintersichere Verbindung des Engadins ins Prättigau und somit auch ins Rheintal, da die bestehenden Übergänge des Flüela-, Albula- (Bahn und Strasse) und Julierpass nicht winterfest sind. Damit soll der Tourismus im Unterengadin gefördert werden. [3]


Touristische Hinweise Bearbeiten

Tunnel

19'042 Meter lange Vereinatunnel ist Teil der meterspurigen Vereinalinie der Rhätischen Bahn (RhB), die die Eisenbahnstrecken im Prättigau und im Engadin miteinander verbindet. Er gilt als weltweit längster Eisenbahntunnel einer Meterspurbahn. Der Bau des Tunnels erfolgte von Norden mit einer Tunnelbohrmaschine. Von Süden erfolgte der Vortrieb klassisch durch Sprengungen. Der Durchschlag des Tunnels erfolgte am 26. März 1997. Am 19. November 1999 konnte nach acht Jahren Bauzeit der damalige Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger die neue Verbindung dem Verkehr übergeben. Drei Tage später erfolgte die Aufnahme des regulären Fahrplanbetriebes. Hauptgrund für den Bau des Tunnels war sicherlich nicht die erwartete Verkürzung der Reisezugfahrzeiten, vielmehr war es die angepeilte winterfeste Autoverbindung. Der 2383 m hohe Flüelapass bot für Strassenfahrzeuge einen nur schlechten Strassenverkehrsweg, und so stand das Bündner Volk an der Wahlurne vor der Entscheidung, eine auszubauende Fernverkehrsstrasse oder einen Eisenbahntunnel mit Autoverlad zu genehmigen. Die Bevölkerung entschied sich für die zweite Lösung. Die Vereinastrecke beginnt in Klosters (1191 m), wo sie vom vorhandenen Stammnetz der Rhätischen Bahn abzweigt und sich im Zugwaldtunnel dem Verladebahnhof Selfranga (1281 m) nähert. Hier, am Nordportal des Vereinatunnels, findet der Autoverlad statt. Der Vereinatunnel ist wie die übrige Strecke eingleisig ausgeführt, jedoch befindet sich etwa in der Mitte eine vollautomatische Ausweichstelle (Kreuzungsstelle Vereina), die einen dichten Zugverkehr erlaubt. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h kann ein Zug den Tunnel in 17 Minuten durchfahren. Die Strecken zu den beiden südlichen Endpunkten der Vereinalinie beginnen im Vereinatunnel an der Dienststation Sagliains Nord. Bei Tunnelmeter 18'759, an der Dienststation Sasslatsch Nord zweigt der 277 m lange Tunnel Sasslatsch II (Gesamtlänge mit Vereinatunnel 19'036 m) nach Westen ab und erreicht an der Dienststation Sasslatsch II die Engadinerlinie der RhB nach Bever-Samedan-Pontresina. Die Hauptröhre des Vereinatunnels endet östlich an der Autoverladestation Sagliains (1432 m), wo die Engadinerlinie nach Lavin-Scuol-Tarasp erreicht wird.

Eine Huckepackfahrt mit dem eigenen Auto durch den Tunnel kostet im Sommer (14. Mai - 30.November) für einen Personenwagen (bis 9 Sitze) 27 Franken (16,77€), im Winter (1. Dezember bis 13. Mai) 35 Franken (21,74€).

Allgemeines Bearbeiten

Das Engadin nennen die Schweizer das "Tal des Lichts". In diesem Tal des Inn wird auf 100 Kilometern alles geboten, was ein Reisender auf den Pfaden abseits des Massentourismus sucht: tiefblaue Seen unter schneebedeckten Gipfel, abgeschiedene Almgasthöfe und Wildziegen im ältesten Nationalpark Europas. Allerdings hat diese Region mit den Orten St. Moritz und Sils-Maria auch einen elitären Anstrich. In St. Moritz sind es die Reichen und Promis, in Sils-Maria die Künstler, die das Ortsbild prägen. Eine romanische Legende kursiert um dieses Fleckchen Erde, die heute noch bei den Einheimischen lebendig ist: "Als der Erzengel hinter Adam und Eva die Pforte zum Paradies versiegelt hatte, stand Gottvater in dem nun verwaisten Garten Eden und fühlte in Gedanken an die sündigen Menschen grosses Mitleid. Er rief daher seine Engel und sagte ihnen, dass von nun ab den Menschen das Paradies verschlossen sei. Er wollte ihnen jedoch auf Erden einen Platz schaffen, der sie an die verlorene Heimat erinnern möge. Dieser Ort sollte nahe am Himmel liegen und mit aller Schönheit ausgestattet werden. Vollkommen dürfe er allerdings nicht sein. Dem göttlichen Gebot gehorchend, schufen die Engel Gottes sogleich dieses irdische Paradies: das Engadin, ladinisch 'Engiadina'." Logieren kann man in allen Preisklassen: ob im edlen Schlosshotel in Zuoz oder für ein paar Franken in einem kleinen Gasthof. Das klimatisch recht milde Oberengadin ist ein breites Muldental mit einigen Seen, Höhenkurorten und Wintersportorten. Das Unterengadin ist vom Oberengadin durch die Enge von Zernez-Susch getrennt. Es hat unterschiedlichere Landschaften als das obere Tal und das Klima ist sehr trocken. Das "Tal des Lichts" ist eine vom Inn durchströmte abwechslungsreiche Tallandschaft, mit vergletschertem Hochgebirge, steilen Pässen, verträumten Bergseen und blumenübersäten Weiden. Im Oberengadin, auch gerne als das 'Dach Europas' bezeichnet, liegt ein Ort, der Tausende von Besuchern Jahr für Jahr, mit magischen Kräften anzieht. Doch weder handelt es sich um Sils, Celerina noch Silvaplana. Es dreht sich um ein spezielles Domizil mit prächtigen Hotelpalästen und luxuriösen Boutiquen. Der Ort liegt an einem See und teilt sich auf in zwei Bezirke, das Dorf und das Bad. Ferientage mit einem Hauch von Exklusivität bilden dort das zentrale Geschehen. Dies verwundert kaum, denn sein Name steht synonym für Stil, Eleganz, Reichtum und Prominenz. Aber genauso umschliesst er die Begriffe Kultur, Natur, Tradition. Es ist die sagenhafte Metropole inmitten der Berge, genannt St. Moritz. Wechselhaft stürmisch gestaltete sich seine Lebensgeschichte vom unscheinbaren, armseligen Bauerndorf zum renommierten und internationalen Kur- und Ferienort. Stummer Zeuge dieser Vergangenheit ist heute noch die Kirche hoch über dem Dorf, mit ihrem unverkennbaren Wahrzeichen: dem schiefen Turm. Am besten befährt man das Engadin mit der **Rhätischen Bahn**. Diese kleine, romantische Alpeneisenbahn führt durch 117 Tunnels und über 485 Brücken in oft schwindelerregenden Höhen. Am besten startet man vom Bahnhof in Chur aus, der Hauptstadt des Schweizer Kantons Graubünden. Von dort geht es durch das Albulatal, dort direkt hinter dem Bahnhof Tiefencastell über eine der schönsten Eisenbahnbrücken der Schweiz, dem Landwehrviadukt. Dann führt der Weg weiter über Samedan nach St. Moritz. Von hier aus kann man den westlichen Teil des Oberengadins mit dem Postbus bereisen. Dieser Teil des Tales liegt auf etwa 1.800 Meter Höhe und grenzt an Italien. 20 Minuten von St. Moritz entfernt, liegt der Ort Sils Maria. Hier verbrachte schon Friedrich Nietzsche viele Sommer und noch heute zieht Sils Maria viel Künstler, Dichter und Theatermacher an. Wer es sich leisten kann, geht ins "Hotel Waldhaus", ein Grand Hotel der alten Klasse mit dem Charme des Fin-de-siècle. Viele Urlauber kommen aber auch einfach, um beim Skilanglauf die fast unendliche Weite des Tals zu genießen. Pferdekutschen und - bei sehr viel Schnee - Pferdeschlitten fahren von Sils Maria aus in das höher gelegene Val Fex, das Fextal. Es ist einer der schönsten Flecke des Engadins, nicht zuletzt, weil es für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Im Fextal scheint alles wie vor 100 Jahren zu sein, als noch keine Touristenströme das Engadin bereisten. Das vielleicht schönste Seitental des Engadins erstreckt sich 10 Kilometer weit bis zu dem Gebirgspass Fuorcla dal Chapütsch. Er trennt die Schweiz von Italien. Früher war diese Strecke ein berühmter Schmugglerweg. Steinschlag, Unwetter und Lawinen waren die größten Feinde der Schmuggler. Wer über den Pass wollte, zündete zuerst in der kleinen Kapelle in Crasta eine Kerze an. Heute leben im Fextal gerade einmal 100 Menschen. Berühmte Persönlichkeiten, wie G. Segantini und die Giacomettis, F. Nietzsche, R. Wagner, H. Hesse, Th. Mann, A. Toscanini, R. Strauss, H. v. Karajan und viele andere grosse Namen aus Kunst und Kultur, wussten und wissen die Region zu schätzen. Sie prägen Mythos und Aura dieses Tals. Schlittedas, Chalandamarz, ein eigener Baustil ("Engadiner Haus") und die berühmte Engadiner Nusstorte gehören natürlich auch dazu.

Weitere Informationen:

Ferienregion Engadin Postfach 54 CH-7504 Pontresina Phone +41 (0)81 842 6573 Fax +41 (0)81 842 6525 info@engadin.ch www.engadin.ch

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